Es gehen mir …

.. die Titel aus!

Ihr Lieben! Eigentlich hätte ich in den Titel etwas schreiben muessen wie „schon wieder so lange her“ oder etwa „kurzes Update“. Aber irgendwie habe ich alle diese Titel ja schon einmal genutzt. Hmm, Zeit meiner Kreativität mal wieder ein wenig auf die Spruenge zu helfen, aber damit warten wir bis zum nächsten Mal. Daher und vor allen Dingen auch weil es eben schon wieder so lange her ist, starte ich einfach mal in chronologischer Reihenfolge mit ein paar kurzen Berichten rund aus unserem Leben.

Und um euch jetzt einmal komplett zu verwirren, starten wir auch noch in umgekehrter Reihenfolge – nämlich mit dem Titelbild des heutigen Beitrages. Dieses ist am Wochenende entstanden, und zwar in Jönköping im Rosarium. Das ist ein kleiner Park, mitten in der Stadt und eine richtig schöne Oase der Ruhe. Kernthema aber sind – wer hätte das gedacht bei dem Namen – die Rosen, und zwar in allen Sorten, Farben, Dueften und Formen. Faszinierend wie schön dies jetzt schon blueht. Und möchte man ein wenig länger verweilen, so lädt ein putziges, kleines Café zu einer Runde Kaffee oder Eis ein. Typische, schwedische Fika eben.

Bei 10 Grad und Dauerregen zwar eine Herausforderung, aber allemal den Besuch wert.

Das Titelbild hingegen zeigt nicht ansatzweise die Schönheit dieses kleinen Gartenidylls, im Hintergrund hat man einen freien Blick auf den grossen See „Vättern“ sowie den dahinterliegenden Stadtteil Jönköpings. Mag man, so kann man direkt aus dem Garten an das Ufer des Sees gelangen und dort eine grosse Runde an der Promenade spazieren gehen, zum Beispiel einfach in die Stadt um dort zu shoppen oder einen Happen zu essen. Klare Empfehlung fuer einen Besuch in dieser schönen Stadt am Fusse des Vätterns.

Auch Till ist nach wie vor aktiv mit seiner neuen Errungenschaft, seinem EPA-Auto. Dieses hegt und pflegt er, baut Scheinwerfer an und ist wirklich erstaunlich vorsichtig und reinlich mit seinem Fahrzeug. Das muss wirklich irgendwas mit diesen Chromosomen und DNA´s zu tun haben… oder vielleicht doch mit der Herkunft? Anyway, in den kommenden Wochen steht ein Wechsel der Stossdämpfer und Federbeine an seinem Auto an, nach nunmehr 300.000 Kilometern wird es Zeit. Und da er ja die Technik bereits erlernt hat, werden wir dies in unserer Garage gemeinsam machen. Dafuer haben wir sie ja schliesslich auch gebaut, oder? Wenn er nicht gerade schraubt, dann trifft er sich gerne mit Gleichgesinnten, und derlei gib es viele hier. Letzte Woche an unserem Nationalfeiertag war ein grosses EPA Treffen auf der Rennbahn, wo sich gleichzeitig auch seine Schule befindet. Also, dem Regenwetter zum Trotze, auf ging es und vor Ort wurden wir nicht enttäuscht. Unzählige dieser EPA Autos, Rennwagen, Rally Cars, Karts und, und, und.

Ein wahres El Dorade fuer Petrol-Heads und Benzin-Junkies!

Immer wieder schön zu sehen, dass auch Polizei und Rettungsdienste vor Ort sind. Nicht etwa, um den zumeist Jugendlichen den erhobenen Zeigefinger entgegenzustrecken und zu sanktionieren, nein, im Gegenteil, um sich als Partner, Ansprechpartner und Gleichgesinnter einzubringen. Natuerlich nicht ohne auch auf Konsequenzen möglichen Missbrauchs und Missachtung von Regeln hinzuweisen, aber alles eben in einem sehr angenehmen, menschlichen Rahmen. Eben ganz ohne Strafandrohung und Verwarnungen.

Till´s frisch gepflegter Volvo, sein ganzer Stolz und um ehrlich zu sein – gut gemacht, schickes Auto!

Neben wahrlich exotischen Erscheinungen gibt es auch die ganz teuren Autos und natuerlich diejenigen, die mehr Wert auf Akkustik legen als auf die Optik. Ich habe es bis jetzt nicht verstanden, wie man es schafft, eine solche, extrem laute und basslastige Audioanlage in nur ein einziges Auto reinzubauen. Aber faszinierend ist es allemal. Da sich ja die EPA Autos nicht so ganz extrem an die Regeln halten muessen, welchen wir „normalen“ PKW Fahrer unterliegen, ist auch beim Design der unterschiedlichen Anbauteile recht freie Hand möglich. Eine ganz andere Form der Auspuffanlage (oder wohl eher Schornstein) eines Diesel-Volvo´s kann man im nachfolgenden Bild bestaunen. Und dies lasse ich unkommentiert stehen und jeder darf sich eigene Gedanken dazu machen! 🙂

Weiter geht´s im Text. Während Till sich mit den kleineren PKW´s beschäftigt, beschäftige ich mich ab und an eben auch mit etwas grösseren Fahrzeugen. So etwa am vergangenen Wochenende, als wir unsere komplette Feldkuecheneinheit auf ein Festivalgelände verlagern mussten, damit die Kollegen dann dort fuer das leibliche Wohl sorgen konnten. Im Depot also alles gepackt, kontrolliert, Anhänger angekoppelt, Waren verladen und los ging es mit dem „Zug“ ins 20 Kilometer entfernte Skillingaryd. Glueck hatten wir nicht nur mit dem Wetter, sondern auch mit der Tatsache, dass wir in kuerzester Zeit alles komplett aufbauen konnten und so einmal mehr unter Beweis gestellt haben, dass wir auch in Krisenfällen zur Stelle und einsatzfähig sind.

Eine schöne Mischung von verschiedenen Fahrzeugen aus unserem Depot.

Jetzt aber wirklich genug der Pferdestärken und zurueck zu den wichtigen Themen! Mia hat es geschafft! Endlich!! Nach so vielen Jahren!!! Sie hat ihr Abi in der Tasche (oder wie man hier sagt „studenten“) und ist mit dem offiziellen „utspring“ also jetzt endlich in die vermeintliche Freiheit entlassen worden. Da dies in Schweden sehr gross gefeiert wird, durften auch wir ein klein wenig Party nicht abschlagen und so wurde es ein richtig schöner Tag. Angefangen mit dem traditionellen „Herauslaufen“ und der „Verabschiedung“ aus der Schule, ueber die Runde auf dem LKW durch´s Dorf! Und später dann bei uns daheim mit Grill, Kuchen und allem, was so dazugehört. Witzigerweise war die Hauptperson des Tages diejenige, welche am wenigsten anwesend war, da es Usus ist, sich mit den Klassenkameraden an verschiedensten Orten und Stellen zu treffen und den ganzen langen Tag samt Abend und Nacht zu feiern. Wohldenn, Grattis till studenten, Mia! Und nun bricht ein ganz neues Kapitel im Leben eines so jungen Menschen an, und fuer diesen Abschnitt wuenschen wir ihr natuerlich alles erdenklich Gute und wie immer die nötige Portion Spass, Motivation und Freude!

Der obligatorische, schwedische Kuchen darf nicht fehlen, aber auch eine selbstgebackene Variante haben wir und unsere Nachbarn uns schmecken lassen.
Und mit dieser Art LKW´s wird dann nach dem Utpsring das ganze Dorf unsicher gemacht!

Und wie ich schon in einem der vorhergehenden Beiträge schrieb, ist es natuerlich nicht so, dass hier immer nur (bis auf das Wetter) alles eitel Sonnenschein ist. So auch an einem Tag, den wir mit Freunden verbracht haben und einen Ausflug unternahmen. Der Tag an sich war recht harmonisch, und mit unseren Freunden an Bord haben wir beschlossen, auch nur ein Auto zu nehmen. So wegen Umwelt, Benzinkosten und Spass, ihr wisst schon… 🙂 Leider endete der Tag dann aber weniger harmonisch, denn wir hatten tatsächlich den ersten Kfz-Unfall hier in Schweden. Beim Ausparken dachte sich ein anderer Verkehrsteilnehmer, es uns gleich zu tun und gab Gas. Claudi, die am Steuer sass, sah das zum Glueck und hielt an. Nicht aber so der Kollege im anderen Fahrzeug. Und so bohrte sich seine Anhängerkupplung in unser Heck. Ihr kennt das, diese Geräuschkulisse wenn Plastik und Blech bersten und sich verformen? Kein schöner Klang.

Stosstange gegen Anhängerkupplung – wir haben verloren…

Aber auch das ist hier im Grunde gar nicht die Zeilen wert, darueber zu schreiben. Man tauscht freundlich die Daten aus, unterhält sich noch ein wenig und verabschiedet sich mit den Worten: „kann passieren, dafuer gibt es doch Versicherungen!“. Und genauso unspektakulär war dann auch der weitere Prozess – digital bei der Versicherung gemeldet und einige Tage später machte die Werkstatt die Rechnung auf. Jetzt warten wir noch auf einen Termin fuer die Reparatur und das war´s dann auch schon. So einfach kann es sein. Oder frei nach dem Motto: „Shit happens“! Und natuerlich hat es der guten Laune an diesem Tag auch keinen Abbruch getan.

Ohh, Schweden ist aber schön…

… ne, nicht ganz, ein wenig geschummelt bei dem obigen Bild. Ende März haben wir es nicht mehr ausgehalten. Wir hatten die Nase voll. Konnten es nicht mehr länger ertragen. Das Wetter hat ueber unseren Willen gesiegt.

Kleiner Mann ganz gross – das erste Mal ist aufregend!

Also kurzerhand eine Pauschalreise gebucht, holter die Polter, und schon kurz danach fanden wir uns in Göteborg am Flughafen wieder, um in knapp drei Stunden der Wärme entgegenzufliegen und die Kälte und graue Tristess hinter uns zu lassen. Das erste Mal mit Janne fliegen, das erste Mal eine „Pauschalreise“. Was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt. Mallorca ist auch schon zu der Jahreszeit eine Destination, die den ein oder anderen Sonnenbrand ermöglicht. Hartgesottene wie unser Till und die Claudi nutzen die kurze Zeit auch fuer das erste Bad im noch recht kuehlen Meer, während ich mich lieber dem (leider auch nicht geheizten) Pool widmete.

So darf ein Sonnenaufgang gerne jeden Tag sein.

Neben diversen Aktivitäten wie Städte und Märkte besuchen, die Natur erkunden und Zitronen pfluecken, Motorroller leihen und auf eigene Faust die Gegend erkunden sowie diversen, abendlichen Aktiväten an der Strandbar haben wir sowohl gemeinsam als auch in klassischer 2+2 Formation die Zeit genossen. Schliesslich will man einem knapp 17-järigen ebenso gerecht werden wie einem 3-jährigen und natuerlich auch uns selbst. Daran gemessen und am Grad der Erholung nach einer Woche haben wir alles richtig gemacht. Es war wirklich schön und einfach mal toll, sich nicht um Essen, Aufräumen oder anderweitige, klassische Tätigkeiten zu kuemmern.

Blauer Himmel und warme Temperaturen… hach, wie schön!

Es versteht sich von selbst, dass wir nicht in der Region des „Ballermanns“ unterwegs waren, sondern im ruhigeren und beschaulicheren Norden der Insel. Am meisten ueberrascht hat uns allerdings einmal mehr Till, nämlich als er anfing mehr oder minder fliessend mit den Bedienungen beim Abendessen auf Spanisch zu sprechen. Holla, da haben sich die 3 Jahre Spanischunterricht in der Grundschule hier aber ordentlich gelohnt! 🙂

Eine der grössten Tropfsteinhöhlen Europas – auf dem Bild nur schwer widerzugeben, war es ein fantastischer Ausflug.

Fuer uns steht somit also fest, dass wir das unbedingt wiederholen muessen. Nicht auf Mallorca und auch nicht in diesem Umfang, aber Griechenland ist von uns aus auch gut erreichbar (und vor allen Dingen mit einem 3-jährigen Kind) und soll auch schön sein. Also, wenn es wieder grau und nass wird, dann werden wir sicherlich mal wieder die Koffer packen und ein wenig Auszeit in der Wärme nehmen. Einziger Wermutstropfen dabei – einer muss im Grunde immer daheim bleiben, denn Huehner, Hund, Katze und alle anderen, tierischen Freunde wollen ebenfalls versorgt sein. Aber da finden wir bestimmt auch noch eine Lösung! Ganz bestimmt!!

Völliges Kontrastprogramm und gleichzeit der Schwenk zum nächsten Thema. Der Isaberg bei uns um die Ecke im zeitigen Fruehjahr.

Weil man eben nicht gerne jedes Wochenende daheim verbringt, freuen wir uns umso mehr, wenn unsere Freunde aus Deutschland vor Ort in ihrem Häuschen sind. Dann bedeutet das fuer die eine oder die andere Partei eine circa 3-stuendige Autofahrt, und schon können wir eine kurze Auszeit vom Alltag nehmen, miteinander essen, lachen, sprechen und eine gute Zeit haben. So also auch vor einigen Wochen, als Claudi, Janne und ich uns einigermassen spontan auf den Weg in die suedoestlichen Gefilde Schwedens aufmachten.

Eine huebsche, kleine Parkanlage inmitten einer Wohnsiedlung.

Das Charmante dabei ist immer, dass man einfach mal wieder in seiner Muttersprache kommunizieren kann und so – logischerweise – auch immer fluessiger und umgangssprachlicher agieren kann, als im Schwedischen. Und dazu kommt, dass die Umgebung, in der die beiden das Häuschen haben, auch sehr huebsch ist und vor allen Dingen auch mal ein wenig „asphaltierte“ Wege zum Spazierengehen bereithält. Und Janne freut sich stets auf den Spielplatz vor Ort.
Wir haben die gemeinsame Zeit dann am darauffolgenden Tag noch mit einer Elch-Safari abgeschlossen. Nicht, dass wir nicht auch in freier Wildbahn die ein oder anderen Elche sehen wuerden, aber so war es planbar und ein gelungener Ausflug!

Was fuer ansehnliche, stolze Tiere…
.. welche mir im Park offengestanden deutlich lieber sind als auf der Strasse.

Und so konnten wir auch dieses Wochenende erfolgreich beenden und freuen uns bereits auf das nächste Mal, ganz gleich ob hier oder in Suedschweden.

Was liegt als Nächstes an? Wagen wir einen kurzen Blick in die nahe Zukunft. Mia ist mit der Schule fertig, sie wird den ganzen Sommer ueber mehr oder minder arbeiten und Geld verdienen fuer ihre Reise, die sie im Herbst antreten möchte. Till hat diese Woche den letzten Schultag und wird ebenfalls arbeiten, aber sicherlich auch den ein oder anderen schönen Tag am See und am Meer geniessen. Claudi plant bereits schon wieder den nächsten Abschnitt der Ausbildung und Janne wird mental auf den fruehen Herbst vorbereitet, denn dann wird er eine neue Kita besuchen. Wir haben die alte Kita gekuendigt aufgrund verschiedenster Punkte und sind froh, eine neue Kita fuer ihn gefunden zu haben, die aus unserer Sicht deutlich besser geeignet ist.

Die ersten Vorbereitungen laufen an.

Und ja, natuerlich steht auch unser Kuechenprojekt kurz vor dem Start. Dann endlich, nach langer Planung, fliegt die alte Kueche raus und eine neue wird Einzug halten. Nebst Bodenrenovierung und komplett neuer Elektrik und und und. Ein schönes Sommerprojekt was uns aber sicherlich noch die ein oder andere Muehe abverlangen wird. Wir halten euch auf dem Laufenden und werden bestimmt die ein oder anderen Bild teilen. Oben seht ihr bereits die Fussleisten, welche wir selbst in der Farbe der Kueche lackiert haben. Sie warten nun geduldig auf den finalen Einsatz.

Und dann stehen natuerlich noch die ein oder anderen, kleineren Reisen auf dem Programm. Claudi wird sicherlich nochmal einen Abstecher nach DE machen, während ich mich eher auf die berufsbedingten Reisen fokkussieren werde – das genuegt mir. Und noch viele weitere, spannende Themen stehen an, lest doch auch gerne mal die Neuigkeiten im „Baublogg“.

Darueber hinaus werden wir auch unseren Huehnern einen erweiterten „Wohnbereich“ schaffen und auch wieder neue Huehner dazu organisieren, sind ja leider die anderen Huehner unter traurigen Umständen „abhanden“ gekommen.

Und ansonsten hoffen wir einfach auf ein wenig schönes Sommerwetter, um mal eine Runde Fahrrad zu fahren, die Schären zu besuchen oder einfach nur im warmen Gras liegend die Wolken zu beobachten und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Wir wuenschen euch bereits jetzt einen tollen Sommer, bleibt gesund und uns gewogen, bis bald!

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