Unsere Projekte – und wie man aus der Not eine Tugend macht!

Wie immer, die Zeit rennt und so verstreicht Woche um Woche, Monat um Monat. Ihr kennt das ja bereits! Aber natuerlich ist es auch wichtig, Euch immer mal wieder ein kurzes „Update“ zu geben. Schön und einfach wäre es wohl, wenn ich jetzt berichten könnte, dass wir jede freie Stunde in der Hängematte liegen und einen Cocktail trinken – das wäre vielleicht schön, entspräche aber nicht der Wahrheit. Naja, und um ehrlich zu sein – so verlockend das auch klingt, so langweilig kann es doch schnell werden.

Daher also heute mal wieder ein paar Neuigkeiten aus dem Norden!

Wir haben – wie Claudi ja bereits berichtet hat – eine Liste mit diversen Punkten erstellt, die es abzuarbeiten gilt. Und da das Wetter bisher eher winterlich kalt als fruehlingshaft warm ist, haben wir demzufolge auch erst einmal mit den Projekten begonnen, die naheliegend waren. Achja, und ich will nicht missverstanden werden, ich meckere gar nicht… 🙂 Das Wetter ist zwar kalt und sehr windig, aber es regnet kaum und auch so lässt es sich mit dicken Klamotten prima arbeiten.

Unseren Garten haben wir nun ein wenig erweitert, haben uns also von unserer Wiese ein Stueck abgezweigt und unsere Hochbeete gebaut. Das natuerlich weil es rueckenfreundlich ist fuer unsere Generation 40+, aber auch weil es augfrund des Klimas und der streunenden Tiere ein wenig besser geeignet ist. Nachteil – die Beete muessen eben nicht nur gebaut, sondern auch befuellt werden. Aber so spart man sich dann eben das Fitnesscenter.

Jetzt haben bereits die ersten Salate (salad), Radieschen (rädisa) und Zwiebeln (lök) Einzug gehalten und wir hoffen auf wärmeres Wetter, dann können nämlich auch Tomaten, Paprika und viele andere vorgezogene Pflänzchen umziehen.

Blick auf den „Rohbau“- noch ist der Zaun nicht fertig und ein paar andere Dinge fehlen…

Ein Zaun hat bei uns hier auf der einen Seite natuerlich auch etwas mit der Optik zu tun, im Wesentlichen aber ist es wirklich ein Schutz vor „Gemuesedieben“. Teilweise stehen die Rehe direkt auf unserer Wiese und auch die wissen, was gut ist. Daher ist neben dem klassischen Holzzaun auch dahinter noch ein Drahtzaun verbaut, der unsere Ernte hoffentlich ein wenig absichert. Diesen haben wir nun mehr oder minder komplett um das eigentliche „Wohngrundstueck“ gezogen, unsere Ackerfläche bleibt aber weiterhin offen fuer Gäste! 😉

Letzte Woche Freitag bekamen wir gegen 22 Uhr Besuch von einem „Eftersökare“, also einem Jäger der Wild aufspuert wenn es z.B. angefahren wurde. Das ist leider auf der Strasse vor unserem Haus eben den Abend passiert. Eine spannende Begegnung, dennoch mögen wir die Tierchen lieber quicklebendig sehen. Leider aber wohl kein Einzelfall, der gute Mann wusste zu berichten dass es in den letzten Wochen alleine 5 Unfälle mit Reh- und Elchbeteiligung in der direkten Umgebung gab. (Wer mehr wissen will: Klick! ) Naja, da hilft nur langsames und vorausschauendes Fahren. Und eben Zäune, zumindest was unser Gemuese angeht!

Mia hat zu ihrem Leidwesen den Job der Malerin ergattert – das Resultat aber kann sich sehen lassen!

Wie macht man also denn nun aus der Not eine Tugend? Naja. hier ein Beispiel. Bevor unser Haus gebaut wurde, stand ja hier bereits ein altes Haus. Damals hat man noch keine Bodenplatten gegossen, stattdessen hat man ein Fundament aus Granitsteinen gebaut. Eben diese sind beim Abriss uebrig geblieben und lagen einfach so neben dem Grundstueck. Eigentlich wollte ich die mit dem Bagger aufladen und an verschiedene Stellen am Grundstueck verteilen, aber ohne einen 40t-Bagger und nur mit dem kleinen Bagger war das ein Ding der Unmöglichkeit. Schlicht zu schwer. Unfassbar schwer. Also, was machen?

Die Idee war also unseren Gemuesegarten so zu erweitern, dass der Steinhaufen (der uebrigens auch vom schwedischen Gesetz her geschuetzt ist) ein Teil des aktiven Gartens wird. Schliesslich beherbergt dieser ja auch diverse Tierchen und dient als Kinderstube fuer gewisse Tierarten – Vielfältigkeit ist das Zauberwort und wir mögen es, wenn die Artenvielfalt aktiv gelebt wird. Somit haben wir uns dazu entschlossen, es ringsherum „huebsch“ zu machen und mit speziellen, gut geeigneten Steingartengewächsen zu versehen. Et voilá – nun ist es nicht mehr nur ein Steinhaufen, sondern ein Steingarten mit aktivem Pflanzen- und Tierwachstum!

Noch sind die Pflänzchen zwar klein, aber die wachsen schon!
Hat sich die Kleine doch während meiner Arbeit einfach angeschlichen… muss wohl ne blinde Schleiche sein! 🙂

A propos Steingarten – beim Vorbereiten des Kartoffelackers sind doch auch wieder einige „Steinchen“ im Weg gewesen. Eigentlich sahen die gar nicht so gross aus, aber als selbst die 1t-Winde nicht mehr weiterkam, war klar, es musste ein grösseres Steinchen sein. Naja, so lässt sich eben auch Zeit verbringen.

Die Schweden sind doch alle „steinreich“… 🙂

Nebenher haben wir dann vergangene Woche damit begonnen, unser Grundstueck wieder ein wenig mehr auf Vordermann zu bringen. Das alte, aus uralten Fenstern bestehende Gewächshaus was anscheinend vor mehr als 8 oder 10 Jahren gebaut wurde, musste leider weichen. Einerseits, weil es wirklich schon windschief war und das Vetrauen in die Statik mit jeder Böe abnahm. (Das hat sich dann auch spätestens am Fundamentbalken bewiesen – dieser war schon wieder zu Erde geworden.) Andererseits auch, weil es einfach unfassbar ungepflegt und damit sehr hässlich war. Und letzten Endes auch, weil auf dieser Fläche das nächste Projekt entstehen soll. Dazu aber später mal mehr, das wäre jetzt zu frueh darueber hier zu sprechen. Nur soviel – die Garage platzt aufgrund von Maschinen, Fahrzeugen, Werkzeug, Brauerei und Senfmanufaktur aus allen Nähten…!

Nebenanekdote: Ihr kennt bestimmt alle Werkzeuge und Geräte, die man kauft weil man sie haben will. Oder sie vielleicht einmal braucht. Haben wir auch. Aber – ein Werkzeug, was bisher echt eine riesige Hilfe war, ist unser „Motorspaten“. Dieses unscheinbare Gerät macht unser Leben soviel einfacher wenn es darum geht, Flächen zu erneuern, zu begradigen oder einfach nur einen etwas grösseren Kartoffelacker zu bearbeiten. Klare Kaufempfehlung also fuer die, die auch keine Lust mehr auf den manuellen Spaten haben. 🙂

Ja, und dann sind da natuerlich noch die von Claudi bereits erwähnten Sträucher und Bäume. Wir geniessen es, unsere Marmelade aus Pflaumen und Beeren jeden Morgen beim Fruehstueck zu essen. Einfach lecker und schön, so den Sommer ein wenig konservieren zu können. Daher duerfen es, wenn wir neue Pflanzen planen, auch gerne Obst- und Beerenpflanzen sein. Nun ist es leider gar nicht so einfach entsprechendes Rohmaterial zu bekommen, und dann noch zu einem Preis, der nicht gerade Tränen in die Augen treibt. So haben wir aber nach langer Suche eine Baumschule im Sueden Schwedens gefunden, die vor allen Dingen auch alte, orginale Sorten anbietet, welche auch klimatisch auf unsere Breitengerade abgestimmt sind. Gesagt getan, letzte Woche kam die Lieferung mit 6 Apfelbäumen, 2 Stueck Kirsche und 2 Birnbäumen. Diese haben wir natuerlich gleich eingepflanzt, stabilisiert und mit viel Wasser versorgt. Neben den neulich bereits gepflanzten 20 Beerenbueschen, welche als nauerlicher Zaun zum Gemuesegarten hin dienen, sollte das also zu einer hoffentlich leckeren und reichhaltigen Ernte fuehren. Und so können wir uns auch 2022 wieder auf leckere Marmelade und Eingekochtes freuen.

Auch hier noch ein langer Weg bis zum grossen Baum, aber der Anfang ist gemacht.

Und wo wir gerade so schön von Kirschen und Beerensträuchern reden – ja, auch das leibliche Wohl ist ein wichtiges Gut und darf unter gar keinen Umständen zu kurz geraten! Daher haben wir neulich mal wieder ein Feuerchen angemacht und leckere, von unseren Freunden gelieferte Wuerstchen gegrillt. Zusammen mit Senf und einem Brötchen ein herrlicher Snack nach einem langen Arbeitstag. Unsere Kids sind hierbei, und das sollte man wirklich nicht unerwähnt lassen, eine riesige Hilfe und wir sind sehr dankbar, dass beide mit grossem Engagement bei der Sache sind. Das ist nicht selbstverständlich und gerade als Teenager hat man eher Lust auf andere Dinge, und manchmal sind es auch Diskussionen in denen es zu ueberzeugen gilt, aber zu 99,99% funktioniert das einfach nur prima!

Mjam.. schmackofatz. Lecker. Und so simpel.

Und fuer diejenigen unter Euch, die zu dem Grillwuerstchen auch gerne noch ein „kuehles Blondes“ trinken, soll es hier auch ein Update geben. Aktuell vergären ein Pale-Ale sowie ein angepasstes und im Rezept verfeinertes Pils. Ende der Woche muss in die Flaschen zur 2ten Vergärung abgefuellt werden, mal schauen wie es dann nach der Reife geworden ist. Und nach wie vor ist es einfach nur faszinierend, welche Schrauben man bei vier einfachen Grundzutaten drehen kann und teilweise muss, um ein gutes Endprodukt zu erreichen. Der nächste Schritt, vorausgesetzt die Resultate sind wie erwartet, wird wohl sein an das Wasser ranzugehen. Wie ihr wisst, haben wir unseren eigenen Brunnen und somit nutze ich eben auch dieses Wasser was direkt aus dem Brunnen kommt. Aber – eventuell muss ich auch hier mal nach diversen Werten schauen, das hätte ggf. auch direkte Auswirkung auf den EVG (Endvergärungsgrad) sowie die geschmackliche Seite. Wie ihr seht, ein klassisches Handwerk also, was wie ein guter Brotteig vor allen Dingen viel Zeit benötigt.

Die Gärtanks mit jeweils 30l – links Pale Ale (OG), rechts Pils (UG) – manuell die Vergärungswerte (zwischen-)notiert!

So, das soll es fuer heute gewesen sein – ein Beitrag mit vielen Bildern und weniger Text, aber manchmal kann man sich auch besser einen Eindruck mit einem Bild verschaffen.

Bleibt gesund und uns gewogen, neue Neuigkeiten kommen schon bald wieder an dieser Stelle! 😉

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