Neues im November!

Ihr Lieben! Nun ist doch schon wieder recht viel Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal hier ein „reguläres“ Update eingestellt habe. Nun ist es aber wieder einmal … dags för att uppdatera webbsidan“! 😉

Fangen wir einmal beim Wichtigsten an – der Familie! Allen geht es gut, das ist ueberhaupt das Allerwichtigste. Naja, zumindest was den gesundheitlichen Zustand rein physisch betrachtet angeht. Psychisch hingegen ist diese Zeit gerade alles andere als einfach zu geniessen. Das liegt in erster Linie an: exakt, dem Schlafmangel! Janne ist wirklich ein aufgewecktes und suesses Kind, aber wie das bei kleinen Säuglingen so ist, der Ablauf besteht aus Schlafen, Essen und – enschuldigung – Scheissen! Insoweit ersteinmal nicht weiter ungewöhnlich, wäre da nicht die absolute Abneigung gegen den Schlaf und vor allen Dingen das Einschlafen. Das kostet richtig Nerven. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es mittlerweile zwar schon besser geworden ist, vermutlich dank der Routinen, aber nichts desto weniger immer noch extrem kräftezehrend. Und ja, man ist ja auch keine zwanzig mehr, ne? 🙂

Das im uebrigen meine lieben Freunde ist auch der Grund, warum Claudi so lange nichts mehr von sich hat hören lassen. Wenn man von Morgens um sechs bis Abends um neun mit dem Kind zu 100% befasst ist, dann bleibt nicht einmal mehr Zeit fuer die wichtigen Dinge wie zum Beispiel in Ruhe zu essen oder einfach nur mal 5 Minuten auf dem Hintern sitzen und ein Buch zu lesen. Da schallt es wie Hohn in Ohren, wenn man andere Erfahrungen hört, dass die Muetter vor Langeweile fast umkommen weil das Kind so viel schläft. Aber, anyway, beklagen wir uns nicht sondern freuen uns und wie wir schon wissen: alles ist eben nur eine Phase! 😉

Was die anderen, psychischen Belastungen aufgrund der weltweiten Idiotie von einigen, wenigen Menschen anbelangt, so fasse ich mich kurz. Ich stehe dazu dass ich hier weder politische Meinungen teile noch meine Ansichten zu gewissen Themen, aber unter uns: Ich habe Angst. Das, was gerade im Herzen unseres Europas geschieht, erinnert mich unweigerlich an sehr, sehr, sehr dunkle Zeiten die nicht einmal 100 Jahre her sind. Und ich dachte stets, die Menschen hätten dazugelernt. Tja, so kann man sich eben täuschen. Egal wer etwas sagt oder macht oder auch nicht macht – fuer uns steht fest, dass die lieben Menschen, die mit uns und bei uns sein wollen, ohne Vorbehalte, stets willkommen sind. Dennoch, oder gerade deshalb: bleiben wir positiv und freuen uns auf einen schönen Winter und einen hoffentlich – im wahrsten Sinne des Wortes – besinnlichen Dezember!

Aber nun zurueck zu den eigentlichen Inhalten! „Auf dem Hintern sitzen und ein Buch lesen“. Das schrieb ich vor wenigen Minuten und es bringt mich auch gleich zu unserem ersten Update! Die Bibliotheken hier sind nicht nur, betrachtet man mal die Einwohnerzahl, ganz hervorragend sortiert, nein, sie bieten auch alle möglichen Services an. Neben Computern die stets zugänglich sind sind auch in jeder der Bibliotheken diverse Zeitschriften, tagesaktuelle Zeitungen sowie eine sehr gute Online-Recherche samt Zugang zu Staatsarchiven verfuegbar. Nun ist es gerade bei uns – und sicherlich auch bei anderen Familien – so, dass man nicht immer Zeit hat, während der regulären Öffnungszeiten vorbeizuschauen. Das aber kann man umgehen, indem man wie wir einen Zugangschip bekommt, mit dem man nahezu 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr Zugang zur Bibliothek hat. Self Service eben. Das Ausleihen und die Rueckgabe funktionieren sowieso elektronisch mit der Karte oder der beruechtigten Personennummer. Und ganz nebenbei – die Stimmung dort, wenn man zu Zweit abends in den Räumlichkeiten ist und in Ruhe ein paar Buecher aussuchen kann, ist grossartig! Ja, auch hier zeigt sich einmal mehr – so einfach kann es sein. Natuerlich basiert das System in grossen Teilen auch auf Vertrauen, aber wir nehmen einfach einmal an, dass alle Menschen die diese Dienste in Anspruch nehmen, vertrauenswuerdig sind!

Wie die vorhergehend Bilder schon vermuten lassen, handelt es sich einmal wieder um eines unserer Lieblingsthemen! Die Entsorgung von unzähligen Hängerladungen Holz, Stahl, Muell, Schrott, und noch vieles mehr. Die Bilder zeigen unseren „Ausflug“ auf eine der umliegenden „Återvinningscentral“, also den hiesigen Recylingshöfen. Wie schon einmal beschrieben, haben wir das enorme Glueck, dass diese frei zugänglich sind und man den Schrott und Muell einfach sortieren und abladen kann. Ohne Warten, ohne grossen Papierkrieg. Hinfahren, Abladen, Abfahren. Ahja, nicht zu vergessen, daheim dann gleich den nächsten Hänger wieder vollmachen! 😉 Derzeit hat uns aus lauter „Verzweiflung“, ab und an doch mal etwas Produktives machen zu wollen, die Umgebung der Scheune nicht losgelassen und so sind wir mit Quad, Hänger, Werkzeug und viel Körpereinsatz damit befasst, hier mal einen anständigen Grund reinzubekommen. Und um es offen zu formulieren: schaut man in meine Werkzeugkisten oder in mein Reservoir an Schrauben und Material, so geht es mir ähnlich. Getreu dem Motto: man kann es sicher noch einmal brauchen! Stimmt, da gehe ich mit. Ab und an sollte man sich aber auch trennen. Zumindest von den Klamotten, die man schon seit Monaten oder gar Jahren nicht mehr angefasst hat. Wie man aber einfach, mitten auf dem Grundstueck Zeugs abstellt, nur um es dort Jahrzehnte (ja, wirklich!!) vergammeln zu lassen, das erschliesst sich mir nicht. Und so kommt eben eins zum anderen und es sammelt sich der Schrott. Nun gut, aber nun sind wir ja hier und mit jeder Fuhre wird es schöner, uebersichtlicher, aufgeräumter und insgesamt ansehnlicher. Jetzt kommen so langsam auch endlich wieder die uralten, riesengrossen Eichen zur Geltung, die das Grundstueck säumen. So soll es sein! Auf zur Återvinningscentral, der Hänger ist schon abfahrbereit gepackt! 🙂

Auch schon einige Male habe ich ueber die „Fak:er“ geschrieben. Das ist diese ans Militär angeknuepfte, zivile Hilfsorganisation die sich um alle möglichen Fahrzeuge (LKWs, Bandwagen, Quads, Räumfahrzeuge) und auch die Elektroversorgung kuemmert. Jeden Monat haben wir ein so genanntes „Luftning“ im Depot, also die Ueberpruefung und Erweiterung der Anlagen. Da es mir dabei primär um die Sprache und das Zusammentreffen mit Menschen hier geht, war es mir ehrlich gesagt auch gar nicht so wichtig, was genau ich dort machen soll. Gluecklicherweise bin ich, da ich das tatsächlich auch daheim sehr gerne mache, in der Feldkuechenabteilung gelandet. Nachdem ich derweil auch schon einige Ausbildungen absolviert habe, darf ich nun also offiziell die Mannschaften bekochen. Und wer von Euch beim Bund oder gar der Marine war, der wird wissen, das die wichtigste Person auf dem Schiff der Koch ist! 😉 Es macht wirklich Spass und am letzten Wochenende haben wir einmal wieder die „richtige“ Feldkueche angeworfen und Pasta mit Bolognese gemacht. Im Depot selber haben wir auch eine Grosskueche in den Innenräumen, aber da das „Luftning“ eben auch als Uebung dient, kochen wir eben auch gerne draussen. Hier ein paar Impressionen, damit ihr mal eine Vorstellung davon bekommt, von was ich da eigentlich schreibe.

Aufgebaute Feldkueche, fertig zum Kochen!
Wir kochen primär mit Diesel, aber auch Holz ist machbar. Links der grosse Dampfkessel, mit dem man alles Mögliche zubereiten kann, rechts daneben die „Pfanne“.
Es ensteht die Bolognese – gar nicht so einfach, mit ueber 12 Kilo Fleisch zu arbeiten. Und natuerlich stets mit den richtigen Hygienemassnahmen versehen wie Schuerze, Handschuhe und Armschutz. Okay, primär eher um uns selbst vor der Hitze des Dieselbrenners zu schuetzen! 😉
Gar nicht mal so schlecht, oder? Am Ende des Tages hat es allen geschmeckt, und das ist wohl das Wichtigste!

Was gibt es sonst so Neues? Ja, wir lernen immer noch fleissig die Sprache. Und man soll gar nicht denken, wie kompliziert das manchmal sein kann. Mir war wirklich nicht geläufig, auf welche unterschiedlichen Arten man ein „Y“ aussprechen kann. Der Laut verändet teilweise gleich den Sinn eines ganzen Wortes. Faszinierend! Derzeit lese ich diverse Sprach-Sach-Buecher, um noch mehr zu lernen und hoffentlich eines schönen Tages so gut zu werden, dass es wirklich richtig fluessig ist, zumindest annähernd zur Muttersprache.
Aber woran macht man nun eigentlich fest, auf welchem Level man sich befindet? Klar, man kann kommunizieren und auch Schnacks und Witze sind problemlos machbar. Aber irgendwie braucht man doch einmal eine Einschätzung, gerade auch wenn es an komplizierte Themen geht. Also zumindest ich fuer meinen Teil. Gesagt, getan. Es gibt diverse Spracheinstufungstests, so zum Beispiel die in Europa gängigen Niveaus A1 bis C2. Hier gibt es aber noch einen Test, den so genannten „TISUS“ Test. Das steht fuer: Test i svenska för universitets- och högskolestudier. Dieser Test besteht aus diversen Teilen, darunter Lesfertigkeit, Schreibfertigkeit und natuerlich auch die Sprachverständigung. Es hat mich einen ganzen Tag an einer der Unis hier gekostet, den Test abzulegen. Leider habe ich noch kein Resultat, das dauert einige Wochen oder gar Monate. Was ich hingegen sagen kann, ist die Tatsache, dass es alles andere als einfach war. Im ersten Teil ging es darum, möglichst viele Texte unter Zeitdruck zu lesen und sehr, wirklich sehr komplizierte Fragen zu beantworten. Der zweite Teil handelte um ein vorgegebenes Thema (bei mir war es: Arbeit und Zeit – wieviel Zeit ist richtig und ausreichend?), zu welchem man dann einen Aufsatz anfertigen musste. Eigentlich ging mir der Teil noch recht einfach von der Hand, meine grosse Schwierigkeit war leider tatsächlich, dass man es handschriftlich machen musste. Ein IT Nerd wie ich hat schon seit gefuehlten hundert Jahren nicht mehr so viel mit der Hand geschrieben. Demzufolge stellten sich nach der ersten Seite auch schon Krämpfe und Sauklaue ein. Der dritte und abschliessende Teil war eine aktive Diskussion mit zwei der anderen Teilnehmer, die thematisch ebenfalls vorgegeben war. Im Anschluss daran musste jeder der Prueflinge ein eigenes, individuelles und zwei Minuten langes Statement zu einer erst dann veröffentlichten Frage abgeben. Das Alles unter Aufsicht zweier Pruefer, einer Videokamera sowie einem Tonbandgerät. Man kann sich in etwa vorstellen, wie gross da der Stresspegel ist! Aber, alles ging bei mir soweit gut. Auch wenn man im Nachhinein feststellt, dass man es eigentlich besser hätte machen können. Aber – nun warte ich gespannt auf die Pruefungsergebnisse und ich hoffe inständig, dass ihr mir die Daumen drueckt. 🙂 Angenehmer Nebeneffekt einer bestanden Pruefung wäre: wenn ich irgendwann mal auf die fixe Idee kommen sollte, hier noch ein paar Studienkurse besuchen zu wollen, dann wäre das meine sprachliche Eintrittskarte zur Uni.

Ein Stift, etwas zu trinken und ein schwedisch-schwedisches Wörterbuch. Mehr durfte nicht genutzt werden. Leider waren auch Handys jedweder Art untersagt, weswegen ich leider nur diese eine Bild machen konnte. Ein Einzeltisch mitten in einem grossen Pruefungssaal. Ich dachte eigentlich nach der Schule dass ich so etwas nie wieder sehen muss! 🙂

Nächstes Wochenende steht wieder – nach einjähriger, Corona-bedingter Pause, ein Nahkampf bei Rudi´s Resterampe an! Ich trainiere schon fleissig und hoffe, meine Kicks, Box, und Täuschungsmanöver werden von Erfolg gekrönt sein. Genau, ich rede vom fast wichtigsten Laden hier in der Region – der Klamottenladen fuer Berufsbekleidung! Im Nachbarort sitzt ein Unternehmen, welches alle möglichen Berufsbekleidungen herstellt und verkauft. Meist direkt an Firmenkunden. Ist man beispielsweise auf der Suche nach einer richtig guten Warnjacke fuer den Winter, oder einer originalen Zimmermannshose, dann ist das die richtige Adresse. Einmal im Jahr verkaufen die in dem kleinen Laden alles das, was uebrig geblieben ist oder zum Beispiel B-Ware mit leichten Fehlern ist. Das kann mal eine schiefe Naht sein oder auch einfach Restposten die nicht regulär veräussert werden. Jetzt kann man selbstverständlich die Klamotten auch regulär einkaufen, aber der Preisunterschied ist gewaltig. Beispiel gefällig? Eine Reflex-Jacke in vernuenftiger Ausfuehrung wird man hier regulär nicht unter 1200 SEK bekommen, also bummelig 120 EUR. Dort – etwa 50 bis 100 SEK. Ja, da lohnt doch das Nahkampftraining, oder?? 😉 Und Eines können wir mal festhalten: Klamotten dieser Art kann man hier gar nicht genug haben, sei es um nicht ueberfahren oder bei der Elchjagd erschossen zu werden, oder einfach auch nur weil wir mal wieder einen Hänger mit Schrott vollladen muessen.

Utförsäljning! Aber pssst, nicht weitersagen, nur ein Geheimtipp fuer Euch! 😉

So, zu guter Letzt noch neben Spannung und Spass noch ein wenig Spiel! Das nächste Bild ist leider sehr unscharf, weil es spontan beim Spaziergang mit Janne entstanden ist, und nur wenige Sekunden Zeit waren. Wer von Euch den gesuchten „Gegenstand“ im Bild entdeckt, möge es bitte in die Kommentare schreiben! Der Erste, der es richtig erkennt / errät, dem sponsore ich eine gute Flasche „Grönekulla-Pils“ und fuer die nicht Alki´s unter uns eine orginale, gaumenschmeichelnde und höchst genussvolle Packung „Annas Pepparkakor“!

In diesem Sinne, bleibt gesund und uns gewogen! Und natuerlich an dieser Stelle schon einmal einen schönen, ersten Advent und ein paar Flocken vielleicht obendrauf.

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