Ein her(r)(bst)liches update! ;-)

Was fuer ein Wortspiel! Herbst & herrlich! So hätte man die Ueberschrift wohl auch nennen können. Ihr Lieben!

Es ist Oktober, und die Findigen unter Euch werden schon beim Titelbild gesehen haben, dass es nicht nur die Zeit ist, in welcher die Bäume wieder in den schönsten Farben erstrahlen, sondern auch die Zeit in der unsere Zugvögel die Reise gen Sueden beginnen! Heute war ich im Buero und hörte ein Geräusch, das ich zunächst nicht zuordnen konnte – ein Blick in den Himmel aber brachte dann Klarheit! Hunderte und aberhunderte Zugvögel die sich in die bekannten V-Formationen begaben um den langen Weg möglichst effizient zurueckzulegen! Tja, und dieser Auftakt soll sich auch wie ein roter Faden durch den restlichen Artikel ziehen, denn in den letzten Wochen und Tagen haben wir ganz wundervolle Impressionen hier sammeln können, die wir gerne – neben den Neuigkeiten – mit Euch teilen mögen!

Das Wasser als Spiegelbild des Herbstes…

Womit beginnen wir also? Ja, fangen wir doch einfach mit dem an, was uns und mich in den letzten Wochen die meiste Zeit gekostet hat! Unser neues „Bauprojekt“! Die regelmässigen Besucher unserer Seite wissen ja, dass wir bereits seit einiger Zeit eine neue, tja, wie wollen wir es nennen, Maschinenhalle / Garage / Buero planen. Nachdem wir in gefuehlter Rekordzeit unsere Baugenehmigung erhalten haben, hatten wir auch das dazu verpflichtende, technische Meeting mit der Gemeinde. Nun haben wir am WE die Bodenplatte beauftragt, und aktuell stehen wir mit einem so genannten „Schakt-Entreprenör“ in Kontakt. Das ist die Firma, die im Grunde sämtliche Bodenarbeiten machen wird, damit die Bodenplatte gegossen werden kann. Alles ein wenig anders hier in SE, aber nicht unklug! 😉 Die VVS Arbeiten (also Heizung, Wasser und Wärme) haben wir ebenfalls bereits beauftragt. Leider muessen wir nach Absprache nun auch eine so genannte FTX Ventilation einplanen, also eine Be- und Entlueftung mit Wärmerueckgewinnung. Naja, schlägt leider mal wieder kostentechnisch zu Buche, auf der anderen Seite aber haben wir es dann aber wenigstens anständig und gleich vernuenftig gemacht, das ist ja auch etwas wert!

Wir werden wie schon bereits erwähnt versuchen, so viel als möglich selber zu machen. Dazu zählt neben dem Verlegen der Fussbodenheizungsrohre in der Bodenplatte auch der Aufbau des gesamten Rohbaus, später dann Innenausbau. Einzig im Grunde die Grundplatte, Elektro und Wasser/Sanitär lassen wir machen. Teils aus rechtlichen Gruenden, die hier anders sind als in DE, teils eben auch weil ich gerne möchte, dass diese Arbeiten von Profis ausgefuhert und im Vorfeld berechnet werden. Und ja, teils auch weil es bisweilen wenig Sinn ergibt, ein teures Werkzeug wie z.B. eine Rohrpressmaschine, nur fuer ein kurzes Projekt anzuschaffen.

Nun warten wir also darauf, dass die Bagger anrollen und tonnenweise Grus, Makadam und anderes Gestein hier verteilen damit wir einen gescheiten Unterbau haben! Aktuell hoffe ich, dass wir irgendwann im März/April rum mit dem Grundaufbau fertig sein werden, danach folgen dann Stueck fuer Stueck alle anderen Gewerke. Und ja, das Projekt wird immer nur teilweise fertig werden können, weil es eben auch eine Kosten- und Zeitfrage ist. Aber – wenn es dann mal fertig ist, dann werden wir stolze 185qm mehr Platz haben, ein Teil Garage/Maschinenhalle, und ein Teil mit ca. 80qm fuer Buero, Aufenthalt und andere spannende Projekte, die wir gerade vorantreiben!

Mitten in der herbstlichen Natur plätschert diese schöne Bach und verleiht Energie!

Ein anderes, eher leidiges Thema, was uns wohl gerade alle ereilt, ist das Thema der Energie. Wann habt ihr das letzte Mal euer Auto getankt? Ich tat dies letzte Woche, fuer den Liter Diesel (ja, ich fahre doch wirklich immer noch einen Diesel…und ich liebe ihn!!) musste ich stolze 18,90 SEK berappen, also umgerechnet 1,89 EUR. So bummelig. Wenn man sich wie ich es gerne mal tue mit der globalen Situation auseinandersetzt und hinterfragt, dann kommt man zwangsläufig zu dem Ergebnis, dass diese Zahlen nicht von ungefähr kommen. Wenig Sonne, wenig Wind, wenig Regen = wenig regenerative Energie. Dazu kommt verschärft, dass immer mehr AKW`s, Kohlekraftwerke und andere abgestellt und rueckgebaut werden. Gleichzeitig aber verbrauchen wir immer mehr Energie, unter anderem auch weil es immer mehr E-Fahrzeuge gibt. Die Gasspeicher, die unsere Gaskraftwerke versorgen, sind europaweit dieses Jahr nur gering gefuellt. Naja, und so könnte ich nun noch ewig weiter erzählen, möchte ich aber nicht weil ich glaube, dass ihr alle selber den Blick darauf habt. Lange Rede, worauf möchte ich hinaus?

Stromabbruch – mitten in der morgendlichen Arbeitsroutine

Dauert so ein Stromabbruch nur wenige Minuten oder Stunden, ist noch alles im Lot – so schnell kuehlt kein Haus aus, so schnell tauen auch keine Gefrierschränke ab. Aber was passiert, wenn es doch mal länger dauert? Was passiert denn, wenn die Netze wirklich mal unterhalb der 48Hz landen? Dann wird es fuer uns ein Problem. Weil wir eben keinen Holzofen im Wohnzimmer haben, weil wir eben keinen Gasanschluss haben. Und das mit einem Säugling, mitten im kalten Winter der vor der Tuere steht? Schlechte Situation.

Als wir das jetztige Haus augesucht haben, haben wir unter anderem auch darauf geachtet, dass wir einen eigenen Trinkwasserbrunnen haben. Aber auch hier – ohne Strom fördert die Pumpe keinen Tropfen Wasser. Also haben wir uns mal hingesetzt, den Gesamtstrombedarf fuer alle relevanten Dinge wie Holzvergaserheizung, Umwälzpumpen, Trinkwasserpumpe und Kuehlschränke zusammengefasst, und basierend darauf ein Elverk, oder Generator, angeschafft. Dieser wird zwar mittels Kraftstoff betrieben, aber nach unserer Rechnung kommen wir nun in einer kritischen Phase ca. 10-15 Tage ohne fremde Energie aus. Ohne den gewohnten Komfort aufgeben zu muessen und ohne Einschränkungen in der Versorgung in Kauf nehmen zu muessen. Ja, und was passiert nun nach 15 Tagen? Tja, dann hoffen wir darauf dass Kraftstoff zugänglich ist, sollte das nicht der Fall sein dann werden wir u.U. sowieso ein viel grösseres Problem europaweit, wenn nicht weltweit haben.

Herbstlicher Anblick des Store Mosse, welches direkt vor der Haustuere liegt.

Das klingt gerade alles etwas dramatisch, ist es aber ehrlich gesagt gar nicht. Und hat auch nix mit Preppen oder dergleichen zu tun, aber mit Säugling kalte Fuesse zu bekommen, ist nicht unbedingt das, was man sich wuenscht. Also lieber geringfuegig vorsorgen. Tritt der Fall nie ein – perfekt, das ist exakt das, was wir uns wuenschen. Dann können wir den Generator immer noch prima auf unserem grossen Grundstueck einsetzen, dort z.B. wo ich E-Werkzeug brauche aber keine Kabeltrommel lang genug wäre. 🙂

Und damit wären wir beim nächsten Thema was die „Selbstversorgung“ angeht – oder sagen wir doch lieber: die Art und Weise, sich ökologisch und nachhaltig zu ernähren! 😉

Einer unserer Nachbarn, welcher ca. 2 Kilometer entfernt seinen Hof hat, hat dort einige schottische Hochlandrinder auf der Weide stehen, welche primär eigentlich ein Hobby sind und gleichzeitig dafuer sorgen, dass Wald und Wiese natuerlich gepflegt werden. Nun ist es aber eben auch manchmal so, dass Tiere dazukommen, andere „verschwinden“. Es war also Zeit fuer einen Schlachttag und ein grosser Stier musste dran glauben. Und wir durften einen Teil davon erhalten, sozusagen fertig portioniert und gelabelt um es in der Kueche zuzubereiten. Am Ende sind es ca. 59 Kilo geworden, die wir bekommen haben – von reinem Hackfleisch, ueber Filet, Entrecote und andere sehr feine Stuecke. Gestern haben wir zum ersten Mal einen „Burgerabend“ mit dem neuen Fleisch gemacht – das Ergebnis sprach fuer sich, einfach lecker und von sehr, sehr guter Qualität. Und ja, der Preis war sicherlich etwas höher verglichen mit dem, was man im Laden kaufen kann. Aber der Fakt, dass das Tier nur wenige Kilometer von hier aufgewachsen ist, unter natuerlichen Bedingungen, keine Stallhaltung, kein Kraftfutter und viele andere Vorteile rechtfertigen diesen etwas höheren Kurs. Und die unter Euch, die uns kennen, wissen, dass wir gerne mal Fleisch essen, aber eben darauf achten, dass es gutes und gesundes Fleisch ist – lieber weniger, dafuer bessere Qualität. Lustige Nebenanekdote dazu – unser bisheriger Gefrierschrank gab das Volumen, um ca. 60 Kilo Fleisch einzulagern, lange nicht her – also haben u.a. dafuer extra einen anderen Gefrierschrank angeschafft. 😉 Somit haben wir uns jetzt also fuer die kommenden Monate mehr als ausreichend mit leckerem, gesundem und nachhaltigem Fleisch eingedeckt. Danke fuer diese tolle Kooperation an unseren Hobby-Jungbauern und Nachbarn! Wirklich eine tolle Nachbarschaft!

Sieht auf dem Bild wenig aus, sind aber die besten Stuecke vom Rind. Tiefgefroren und mindestens 2 Jahre haltbar – 60 Kilo Rindfleisch.

Unsere Obstbäume haben uns im Herbst auch wieder eine reichhaltige Ernte beschert, wenngleich es leider häufig bei uns am Faktor Zeit hapert – alle Fruechte auf einen Gang zu verarbeiten, ist eine Herausforderung. Natuerlich kommt dazu, dass unser suesser Janne uns aufgrund seines Schlafes nicht gerade viel Freiraum dazu lässt, die Dinge voranzutreiben. Aber das ist ja auch gluecklicherweise nur eine Phase, das geht vorueber und schon kommendes Jahr sieht es ganz anders aus. Neben Marmelade, Apfelmus und neuen, leckeren Kreationen ist natuerlich auch Pflaumen- und Beerenschnaps daraus geworden, der uns sicherlich ueber die nächsten Monate ein geschmackvolles Erlebnis ermöglichen wird! 😉

So lecker und so reichhaltig – die Natur ist eben doch nicht zu uebertreffen!
Da hilft kein Zaun mehr – auch dieser kleine Freund mag unsere Äpfel und fand sich eines Morgens gegen 8 Uhr in unserem Vorgarten ein!

Unterdessen ist unser Till zu einem richtigen Mountainbike-Profi geworden! Wir waren ja vor einigen Wochen in Stockholm und haben dort ein gebrauchtes Fahrrad gekauft, welches ihn jetzt in eine ganz andere Liga innerhalb seines Vereins katapultiert hat. Er war vorher schon extrem ambitioniert, aber mit vergleichsweise 10 Kilo weniger Fahrradgewicht ermöglicht ihm dies nun wirklich ganz neue Ziele zu erreichen! Toll zu sehen, wie er sich hier entwickelt und wie gut es insgesamt läuft. So gut, dass er jede freie Minute dazu aufwendet, um auf seinem Drahtesel die Berge und Täler in der Umgebung unsicher zu machen!

Till mit seinem neuen Bike – der hat Dinger drauf, da staunste´ nur noch! 🙂

Mia hingegen uebt fleissig das Autofahren und stellt sich mit mir als Lehrer unglaublich geschickt an! Wenn ich daran denke, wie die ersten Versuche bei mir mit Kupplung und Gas aussahen, bin ich mehr als beeindruckt. Mittlerweile haben wir auch die Uebungsgebiete verlassen und fahren ganz regulär im Verkehr mit. Ab und an muss mal korrigiert werden, aber es sind ja schliesslich auch noch Monate Zeit, bis die reguläre Pruefung ansteht. Und bis dahin haben wir die wichtigen Themen trainiert und auch ein wenig zum Thema Fahrzeugkunde und Fahrzeugsicherheit vermittelt! Das nächste was ansteht – auf Winterreifen wechseln! Das wird sie unter Anleitung ebenfalls alleine machen! Ich und wir sind sehr stolz auf die beiden und natuerlich auch auf unseren Juengsten, der grosse Fortschritte jeden Tag macht.

Deutsche Flagge, hohe Zäune?

Claudi hat es ja bereits im vorherigen Artikel gruendlich beschrieben, schlussendlich haben wir es also tatsächlich auch geschafft, nach Stolckholm zur deutschen Botschaft zu kommen. Und ja, das Bild luegt nicht – das sieht wirklich eher wie ein Knast als ein einladendes Gebäude aus. Anyway, wir sind also rein, ohne Maske und ohne Temperaturscan, und ca. 10 Minuten und zwei Unterschriften später auch auf gleichem Wege wieder raus. Tja, schön dass wir in 2021 leben. Wir konstatieren also mal: 4,5 Stunden Hinfahrt mit einem Säugling. 10 Minuten Aufenthalt fuer 2 Unterschriften. Ca. 100 EUR Kosten fuer einen biometrischen Pass, der länger als 1 Jahr gueltig ist. Bei einem Säugling – biometrisch…. Hm. Na gut. Und dann 4,5 Stunden Fahrt zurueck.

Tja, da kann man sich doch wirklich die Frage stellen, warum es Dienste wie Docusign oder ähnliche gibt und zertifikatsgesicherte Dokumente und Kommunikation. Okay, aber was soll´s! Wir warten also auf den „Pass“, hoffen dass er die Woche ankommt und hoffen ebenso, dass diese Sorte Termine bald nicht mehr nötig sein wird. Dazu aber dann vielleicht später mal mehr in einem der nächsten Artikel. Ich muss Claudi ja auch noch etwas uebrig lassen! 😉

In diesem Sinne, bleibt gesund und uns gewogen, und wir freuen uns darauf, Euch bald wieder mit Neuigkeiten rund um den Herbst, den Advent, Santa Lucia und anderen schönen Erfahrungen versorgen zu können!

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