Nyheter!

Heute ist mir mal wieder danach, ein paar Zeilen zu verfassen, auch wenn ich keinen richtigen roten Faden im Kopf habe. Aber vielleicht braucht´s den ja auch gar nicht immer…. Die Jungs puzzlen gerade (ein neu entdecktes Hobby derzeit) und Mia ackert beim Handballtraining, da bleibt mir ein wenig Zeit, die letzten Aktivitäten zusammenzufassen. Das aktuellste zuerst: heute wurde endlich die Bohrung für unsere Bergwärmeheizung durchgeführt. Wie hier üblich wird bereits am Tag vorher das ganze Gerät angeliefert und so kam gestern ein LKW inkl. Bohrgerät und sämtlichem Kram angerollt und parkte hier über Nacht. Die Bohrung an sich geht 150m tief in die Erde und ist problemlos verlaufen. Nun muss noch die Heizung eingebaut werden und vorbei ist es mit dem dreimal täglichen Holzofen anfeuern.  Vor allem Till wird es wohl freuen, der nämlich den Part des Holzholens innehat… 🙂

Ich für meinen Teil fahre seit zwei Wochen nun täglich in die Sprachschule. Es macht mir richtig Spass und ich freue mich, morgens den Weg dahin anzutreten. Nachdem ich ein paar Tage im Beginner-Kurs C saß und recht schnell feststellen musste, dass ich Gott sei Dank schon über´s Alfabet, Satzbildung und die Frage „Wie heißt du?“ hinaus bin, durfte ich vorgestern in den D-Kurs wechseln. Der D-Kurs ist der letzte dort angebotene Kurs und schließt im April mit einer nationalen Prüfung ab. Danach geht man (im besten Fall) studieren, sich anderweitig weiterbilden oder steigt hier ins Berufsleben ein.  Nun ja, auch dieser Kurs ist bunt gemischt, das Niveau ist schon ein deutlich anderes und trotzdem kommt man nicht umhin, für sich selbst weiter zu lernen. Ich musste heute mit einer Vietnamesin zusammenarbeiten. Die Aufgabe war, einen Text gemeinsam zu lesen (eine Zeile sie, eine Zeile ich und das im Wechsel). Hätte ich nicht mitgelesen, ich hätte ganz ehrlich kein einziges Wort verstanden von dem, was sie gelesen hat.  Im Grunde klang es mega lustig und ich hätte die ganze Zeit nur grinsen können, es zeigt mir aber auch, dass völlig andere Voraussetzungen bestehen und dass es nicht getan ist damit, sich was vorzulesen. Es soll nicht überheblich klingen, wenn ich sage, dass ich mich deutlich besser verständigen kann als die, die schon A, B und C absolviert haben. Es ist nur absolut offensichtlich, dass für viele keine Notwendigkeit besteht, sich in der Landessprache zu unterhalten. Sie haben ja sich und sitzen sofort nach Stundenschluss mit Kaffee und Keksen in großer Runde und unterhalten sich in ihrer Muttersprache. Für mich in dem Fall ist es wohl ein Vorteil, weil man sich abhebt von der Masse und genau so gehe ich an die Sache heran. Ich bin gespannt, wie es weiter geht…

Letztens waren wir bei einem Neujahrskonzert im Konzertsaal Gislaved. Wir haben den Altersschnitt um Jahre gesenkt, vor allem, weil auch die Kinder mit waren 🙂 Auch das ist, neben der Tatsache, dass wir uns so etwas gerne mal geben, eine super Gelegenheit, hier in die Gesellschaft einzutauchen und die Veranstaltung war nicht nur deswegen absolut erfolgreich. Es spielte zum einen Gislaveds Symfoniorkester (kein Schreibfehler sondern schwedisch 😉 ), zum anderen eine international bekannte schwedische A-capella-Gruppe aus Stockholm (Riltons Vänner) . Der Auftritt war klasse und wir gehen definitiv noch ein weiteres Mal hin – getrennt zwar, aber egal (Ralph und Mia lieben Orchester, Till und ich A-capella) 🙂

Seit geraumer Zeit sind wir auch sportlich wieder etwas aktiver. Nachdem wir in unserem kleinen Ort tatsächlich eine Schwimmhalle gefunden haben und nicht, wie in Deutschland, 35min. dahin fahren müssen, gehen wir nun also regelmäßig schwimmen. Wir haben es uns sogar so regelmäßig vorgenommen, dass wir uns eine Familien-Jahreskarte gegönnt haben. Bisher ist die Motivation groß und ich hoffe, es bleibt so. Die Atmosphäre dort trägt in jedem Fall zum Wohlfühlen bei. Klein aber fein, kann man es zusammenfassen. Das Personal macht Teelichter an, die verteilt in der Halle stehen, es gibt Kannen mit und Becher für Trinkwasser, zwei Sprungtürme und jede Menge Spielgeräte für Kinder zum Ausleihen. Ich kann mich noch ans Eberswalder Schwimmbad erinnern, als Till seinen Schnorchel wegbringen musste, weil er nicht zugelassen war. Bis heute ärgere ich mich, dass ich damals nicht nach dem Grund gefragt habe (ich war einfach zu perplex). Das war ein gutes Beispiel für uns, wie man in Deutschland sogar irgendwie Spass verbietet…  Hier gibt es jedenfalls  auch Saunen (leider getrennt, aber das tut der Sache keinen Abbruch). Gewöhnungsbedürftig dagegen ist, dass es in den Saunen hier im Land gänzlich anders zugeht als wir das kennen. Es wird lautstark geredet, gelacht und sogar gegessen. Am Sonntag saß eine Frau mit ihren zwei kleinen Kindern mit mir drin und schälte ne Apfelsine, die dann auch genüsslich verputzt wurde. In Deutschland undenkbar, hier Normalität. Kurz vor Weihachten gab es im Schwimmbad übrigens eine besondere Aktion, die jedes Jahr aufs Neue stattfindet und wir haben direkt mal mitgemacht. Man musste 200m schwimmen und bekam danach ein Los in die Hand gedrückt.  Täglich wurden drei Lose gezogen unter denen, die an dem Tag ihre 200m absolviert hatten.  Wir alle 4 haben uns also ins Zeug gelegt und irgendwann jetzt vor kurzem erfuhren wir, dass ich tatsächlich einen Preis gewonnen habe. Es handelt sich dabei um ein „skohorn“. Ich wusste erst nicht, was das ist und war ein wenig belustigt, als ich sah, dass es ein Schuhlöffel ist. AAAAaaber: es ist ein Designer – Schuhlöffel, der normaler Weise ca. 20€ kostet (die ich dafür nie im Leben bezahlen würde). Egal, ich bin die 200m nicht umsonst geschwommen 🙂

Abschließend noch ein paar Sätze zu den Kids. Auch da gibt es nämlich Positives zu vermelden. Beide haben ihre ersten 100% Ergebnisse erreicht, was bedeutet, dass sowohl Till als auch Mia Arbeiten geschrieben haben und volle Punktzahl nach Hause gebracht haben. Mia in schwedisch und Till in fysik. Er musste unter anderem erklären, wie der Kreislauf des Wassers ist… Wir sind mega stolz auf die zwei und mehr denn je guter Dinge, dass sie ihren Weg hier machen. Unter anderem gibt es an der Schule die Fächer „hemkunskap“ (Hauswirtschaftskunde) und „slöjd“ (Werken/Handarbeit). Die älteren unter den Lesern werden das sicher noch aus früheren Zeiten kennen, oder?? 🙂 Na jedenfalls sitzt Till an der Nähmaschine, baut außerdem gerade einen Hocker und Mia backt unter anderem klassische schwedische Gebäcke. Ich bin ein absoluter Befürworter solcher Fächer und den Kindern macht es richtig Spass.

Unten findet ihr ein Rezept für die sehr schmackhaften und hier über alles geliebten „kanelbulle“ (Zimtschnecken).

Zu guter Letzt hänge ich noch zwei Lieder dran.  Die ersten zwei werden hier rauf und runter gespielt. Über „poison“ von Alice Cooper wundere ich mich dabei immer wieder. Die Schweden (und ich) lieben diesen Song und er kommt wirklich (!) jeden Tag mehrmals im Radio.  Alle, die mindestens 40 sind, kennen es, oder?

Und das hier liebe ich ganz persönlich… (mit besonders vielen Grüßen an Markus! 😉 )

Kanelbulle/Zimtschnecken ( ca. 14 )

Teig:

25g Hefe

200 ml Milch

2 EL Zucker

2 Pr. Salz

1 TL Kardamom

5-6 dl Mehl

50 g Butter

Füllung/ für obendrauf

50g weiche Butter

3 EL Zucker

2-3 TL Zimt

1 Ei

Perlenzucker

Backförmchen

  1. Hefe in lauwarmer Milch auflösen
  2. Zucker, Kardamom und 5 dl Mehl hinzufügen und zu Teig verrühren (ist der Teig zu klebrig, füge noch etwas Mehl hinzu)
  3. Butter hinzufügen und mit den Händen verkneten
  4. Teig ca. 20 min zugedeckt stehen lassen
  5. Füllung vorbereiten: Dazu mischst du einfach alle Zutaten für die Füllung zusammen. Ofen auf 250 Grad vorheizen.
  6. Nach 20 min. den Teig in zwei Hälften teilen, eine Hälfte zu einem Rechteck ausrollen. Dazu kannst du auch etwas Mehl auf die Unterlage machen. Der Teig sollte ungefähr einen cm dick sein.
  7. Ungefähr die Hälfte der Füllung auf dem ausgerollten Teig verstreichen (dabei einen kleinen Rand lassen). Dann rollst du die längliche Seite einfach nach vorne, so dass eine Rolle entsteht. Drücke die Enden etwas zusammen.
  8. Jetzt schneidest du die Rolle in ca. 7 Stücke. Die legst du dann in die Backförmchen (so dass man die Füllung sieht / wie eine Spirale). Das gleiche machst du dann mit dem restlichen Teig. Ziehe die Schnecken ein bisschen auseinander, so dass man die Form / den Zimt gut sieht.
  9. Alles noch einmal 10 min gehen lassen
  10. Ei verrühren und die Schnecken damit bestreichen, oben drauf den Perlenzucker streuen
  11. Schnecken ca. 7 min goldbraun backen

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