Der Sommer kommt!

Oder um es mit anderen Worten zu sagen – nach fast sechs Monaten mit viel zu viel Regen, Sturm, Dunkelheit und eklig nasser Kälte, sind wir nun endlich an dem Punkt angelangt, auch einmal mit kurzen Shirts rausgehen und die Wärme geniessen zu können!

Und damit haben wir dann auch zugleich den ersten Punkt abgehakt – das Wetter! Was wäre doch ein Artikel hier ohne auch nur ein Wort ueber das Wetter zu verlieren! 🙂

Das warme Wetter hat neben der Tatsache, dass man Standheizung und dicke Jacken mal weglassen kann, aber auch ganz praktische Vorteile. Die Natur blueht auf und dieses Jahr scheinen wir tatsächlich ein wenig Glueck bei den Eisheiligen (schwedisch: järnnätterna) gehabt zu haben. Die Apfel- und Kirschbäume, teils wirklich uralte riesige Bäume, standen in voller Bluete und tatsächlich hängen sie auch dank unserer fleissigen Bienenvölker hier voller Fruechte! Wenn nur ein kleiner Teil davon uebrig bleibt bis zur Erntereife, dann werden wir wohl den Einkochautomaten zum gluehen bringen….

Der alte Kirschbaum als zentraler Platz der Beete; im Vordergrund der neue Zaun! 🙂

Und noch etwas fällt auf, wenn man sich die Zeit anschaut – geht man gegen 23.40 Uhr schlafen, dann ist es tatsächlich noch einigermassen hell draussen! Ja, nicht ganz so extrem wie in Stockholm oder noch nördlicher, aber extrem faszinierend. Vorletztes Wochenende waren wir am Ferienhaus und haben mal wieder ein wenig weitergebaut, es war wirklich schön und auch die Kids haben es augenscheinlich genossen, mal ein WE hier alleine daheim verbringen zu können – die mussten ja auf Hund, Katze und Kaninchen aufpassen. Als wir dort nachts gegen halb 4 aufwachten, war es – unfassbar – taghell!

Kurzurlaub am Meer.. ne, halt! Das ist ja nur der Vättern in Karlsborg!

Natuerlich steht das Leben hier kaum still und so verfolgen wir auch fleissig unsere vielen Projekte weiter. Vom erfolgreichen Aufbau des neuen Saunahauses hat Claudi ja bereits beim letzten Mal erzählt, jetzt ist es noch Zeit fuer die Feinheiten – wir haben Regale fuer das Feuerholz gebaut, haben Lampen selbst entworfen und gebaut, Terrasse und Aussenbereich gestaltet und zu guter Letzt noch ein kleines Fenster eingebaut, was einen ungestörten Ausblick in die Landschaft ermöglicht während man so vor sich hinschwitzt.

Saunalampe selbst gebaut – gemuetlich und guenstig! Wer braucht schon teuren Designer-Mist?? 🙂

Die ersten Gänge sind auch gemacht, fuer gut befunden und somit kann die nächste Kältewelle dann auch kommen – aber bitte nicht zu schnell! 😉 Jetzt wird noch ein kleiner Steingarten (ja, wir sind hier im wahrsten Sinne des Wortes „steinreich“) an die Terrasse angelegt und dann machen wir den Haken an dieses Projekt.

Das Haus ist zwar gruen, aber wir haben den Naturton bevorzugt und somit versiegelt!

Nachdem uns vor kurzer Zeit zwei sehr gute Freunde aus DE besucht haben (was wirklich sehr schön war und es tat unglaublich gut, mal einfach wieder bei einem Bierchen zu schnacken!), und wir abends an der improvisierten Feuerstelle gesessen haben, wird es nun auch endlich Zeit dies mal in die richtigen Bahnen zu lenken. Wer unsere Artikel verfolgt, wird wissen dass wir unser altes Heizhaus samt Schornstein abgerissen haben. Dabei haben wir die „guten“ Ziegelsteine aufgehoben, kann man doch immer brauchen, oder? Und genau aus denen entsteht gerade die neue Feuerstelle mit gemuetlichen Sitzbänken, viel Platz und wenn ich alles richtig gemessen habe, auch mit der Möglichkeit mal ein Rost ueber die Glut zu legen – nur fuer und äusserst unwahrscheinlichen Fall, dass man Abends beim Feuer nochmal Appetit bekommt… 🙂 🙂

Eines unserer sehr stark forcierten Projekte war ja auch die neue Erdwärme (oder hier Bergvärme genannt) Heizung. Dabei war es wichtig, dass wir nach wie vor beide Möglichkeiten nuzten können – also wenn wir es bequem haben wollen, darf die Erdwärmeizung vollautomatisch ihren Dienst verrichten, wenn wir sparen wollen oder einfach Lust auf ein wenig Holz haben (oder mal der Strom ausfallen sollte…), dann heizen wir einfach klassisch mit unserer „Vedpanna“, also dem Holzofen. Schlussendlich hat die gesamte Installation und Planung dann doch länger gedauert als gedacht, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und trotz aller Widrigkeiten (wie z.B. unserem seeehr grossen Granitfels unter dem Haus) funktioniert die Anlage nun sehr gut und damit wären wir dann auch hier fuer die nächste Kälteperiode gut geruestet. Achja, und falls sowohl Plan-A als auch Plan-B nicht funktionieren, kuscheln wir uns einfach in die Sauna und feuern dort den Ofen an – Plan-C ist also auch abgehakt! 🙂

Vis-a-Vis mit der Holzheizung, da steht und werkelt sie nun, unsere Bergvärmepump!

Diejenigen unter Euch, die uns kennen, wissen auch, dass wir immer versucht haben, mit dem uns „geschenkten“ Boden etwas Vernuenftiges anzufangen. Und da Obst und Gemuese nun einmal nicht im Supermarktregal wachsen, kuemmern wir uns auch hier um dieses Thema. Unser Wintergarten diente zwischenzeitlich als Aufzuchtstation fuer allerlei Sorten, und währenddessen haben wir draussen mittels Motorhacke und viel Handarbeit die Beete geplant, vorbereitet, angelegt, vorher noch Altlasten abgerissen und entsorgt und natuerlich auch einen anständigen Kompost errichtet. Und? Was soll ich sagen? Die Erde scheint gut zu sein! Mittlerweile wachsen und gedeihen Bohnen, Zucchini, Erdbeeren, Salat, Kartoffeln, Zwiebeln, verschiedene Kohlsorten und natuerlich auch Tomaten und Paprika. Und noch ein neues Projekt steht kurz vor dem Beginn – auch das hat mehr oder minder mit Selbstversorgung zu tun, aber vielleicht nicht so, wie ihr es gerade denkt … dazu aber in einem anderen Artikel mal etwas mehr und ausfuehrlicher, erst einmal muessen wir das testen und fuer gut befinden! 😉

Was ist eigentlich das Schönste am hohen Norden? Richtig, die Tatsache der langen Sommerferien! Es ist nun der vorletzte Tag fuer die Kids in der Schule, und dann ist bis Ende August „Freizeit“! Leider nur fuer die Kids, aber im Grunde schaltet ganz Skandinavien einen Gang runter und geniesst den Sommer mit Familie und Freunden. Das ist hier Tradition und wir versuchen, es den Schweden gleichzumachen. Mal sehen, ob es klappt. Auf jeden Fall ist es unfassbar, dass die Kids nun schon ihr erstes Schuljahr hier beenden. Wir sind unglaublich stolz auf die Beiden, und mal abgesehen von dem ersten Schulmonat, den die beiden verpasst haben, haben sie sich prima integriert, sprechen die Sprache beinahe fluessig und bringen seeehr tolle Resultate mit heim. Und nein, auch wenn es manchmal so rueberkommt als sei das hier alles ein Spaziergang, so kann ich Euch sagen, das ist es mitnichten. Und gerade fuer die Kinder, die ja nun lange nicht das Standing und Selbstvertrauen wie Erwachsene haben, ist das umso mehr eine enorme und sehr respektable Leistung! Damit aber nicht genug – Mia hat im Juli einen Ferienjob in einem Café ergattert und freut sich schon darauf, in das schwedische Arbeitsleben noch ein wenig mehr einzutauchen. Im Anschluss daran beginnt sie auch, ihren Mopedfuehrerschein zu machen – um dann mit einem Roller (sie entscheidet sich bestimmt fuer ne´Vespa, die dann ich ständig fahren werde.. 🙂 ) ein wenig mehr Freiheit haben zu können. Ein toller und grossartiger Schritt fuer so einen jungen Menschen! Ich kann mich an mein erstes Mofa erinnern – wir waren die Grössten der Welt! 🙂

Till hingehen wuerde zwar auch gerne, muss aber aufgrund des Alters derzeit noch mit dem Rasenmäher und dem Quad auf dem Grundstueck Vorlieb nehmen. Dafuer kuemmert er sich absolut ruehrend und seeehr verantwortungsvoll um seine beiden Kaninchen, die hier immer heimischer werden. Nach einem weiteren Umbau des Kaninchenhauses gleicht dies nun fast einem Luxusdomizil, wenngleich auch der Whirpool noch fehlt!

Vorgeschmack auf die Ferien.. abgammeln in der Hängematte.

Auch Claudi hat sozusagen die Schule beendet, und danke ihrer Ausdauer und Fleißes hat sie tatsächlich ein „A“ in ihrem Sprachabschluss bekommen! Glückwunsch auch hier, ich bin sehr stolz darauf! Sie wird Euch bestimmt noch das ein oder andere Detail dazu selbst berichten, aber da mag ich jetzt nicht vorgreifen.

Und noch etwas ist passiert, was einem kurzen Absatz wuerdig ist! Wer mich kennt weiss, dass ich die Meinung vertrete, dass man manche Wege im Leben gemeinsam geht, und sich ab und an die Wege auch mal wieder trennen. Das ist weder böse noch ärgerlich, das nennt sich einfach Leben! Umso schöner ist es aber, wenn sich Wege, die man einst gemeinsam gegangen ist, später wieder kreuzen! Mein guter alter Freund und Leadsänger unserer gemeinsamen Band ist tatsächlich 50 Jahre alt geworden, und seine Frau hat uns kontaktiert und darum gebeten, eine kurze Videobotschaft zu senden. Gesagt getan, warum auch nicht? Im Anschluss daran haben wir tatsächlich letztes WE 4 Stunden miteinander „geskypt“ und es war so, als hätten wir erst vor wenigen Tagen miteinander gesprochen.
Achja, ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass es nicht wenige Tage waren, sondern so etwa 10 Jahre!
Eine wirklich schöne Sache ueber die ich mich sehr freue und sofern es die ganze Situation zulässt, werde ich im Spätsommer bestimmt mal wieder nach DE reisen und auch dort einen Abstecher hin machen. Um dann bei „lecker Kölsch“ dat kölsche Grundjesetz ein wenig mehr im Detail zu beleuchten! 🙂

Und mit Artikel 2 eben dieses kölschen Grundgesetzes beende ich den einigermassen vielschichtigen Artikel heute und wuensche Euch allen eine gute Zeit, bleibt gesund und wir freuen uns auf die nächsten Treffen!

Ett kütt, wie ett kütt – und et hätt noch immer jot jejange!

2 Kommentare

  • Anke

    Hallo, Ihr Lieben
    Ihr habt vergessen zu erwähnen, dass die beiden Freunde aus DE, die kürzlich bei Euch zu Besuch waren, das gute Wetter mitgebracht haben
    Wir hoffen sehr, dass an der provisorischen Feuerstelle nun wieder toller Rasen wächst und wir nicht ganz soviel Unordnung hinterlassen haben!!!
    Wir haben es auch sehr genossen, soviele tolle Gespräche am Feuer und beim Frühstück und im Nationalpark und im Wintergarten mit euch allen zu führen. Ihr seid eine großartige Familie und darauf könnt ihr alle zusammen soooooo stolz sein ❤️

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